
Die Leglerhütte wurde 1907 von Hauptmann Mathias Legler erbaut. Dieser stammte aus einer einflussreichen Glarner Textilfabrikanten-Familie, mit einem Betrieb in Diesbach (GL) und einem in Ponte San Pietro (I).
Nachdem Mathias Legler 1897 ein Haus auf dem Stelliboden, unterhalb der Leglerhütte, erbauen liess, gab er 1907 den Auftrag an Baumeister Infanger zur Erstellung einer Hütte «für wenig geübte Touristen und für die Frauenwelt». Seine Absicht war es von Anfang an, das Hüttlein nach Fertigstellung der Sektion Tödi des Schweizer Alpenclubs zu schenken.
Im Winter 1906/1907 sägten Meister Infanger und seine Söhne im Hackenwald das Holz zu Brettern und Balken und lagerten es zur Trocknung. Im Frühjahr liess Legler 4 kräftige Arbeiter aus seiner Fabrik in Italien kommen, welche das Bauholz für Fr. 6.– per 100 Kilo über eine Höhendifferenz von ca. 600 m hinaufbuckelten!
Den Bauplatz hatte Mathias Legler selbst gewählt. Sicher vor Lawinen, an einem einmalig schönen Ort, jedoch im Bewusstsein dass die Stürme auf diesem Plateau fürchterlich brausen können. So wurde die erste Hütte dann auch mit 12 Ankern im Felsen befestigt und der Ständerbau mit tausenden von kleinen Steinen beschwert.
1908 wurde die Hütte unter Beisein von 16 Gästen eingeweiht und den Bergsteigern übergeben. Mathias Legler stellte als einzige Bedingung, dass ein Raum für ihn und seine Nachkommen reserviert bleibe.
Der erste Hüttenwart der Hütte hiess Fritz Dürst. Er bewirtschaftete die Hütte von 1908 bis 1936, als er sich beim Unterhalt des Weges zu den Engiseen erkältete, zu Tal steigen musste und an einer Lungenentzündung starb. Sein Sohn, der die Hütte gerne übernommen hätte, hatte sich beim Tragen der schweren Lasten den Rücken und die Gesundheit ruiniert und starb schon 1941.
Abraham Zimmermann führte die Hütte während den Kriegsjahren von 1937 bis 1943. Dieser musste gar ein Gewehr mit Munition hochnehmen, da vermutet wurde, deutsche Spione könnten sich in der Gegend aufhalten.
Von 1943 an begrüsste Jakob Marti die Gäste in der Hütte. Er blieb 31 Jahre lang Hüttenwart, so dass sich noch heute ältere Gäste an ihn erinnern und die eine oder andere Episode aus jener Zeit berichten. Als junger Bergführer wäre Marti auch eine Karriere als Führer im Engadin und Bergell offen gestanden. Er entschied sich jedoch für die Legler und verbrachte dort eine derart intensive Zeit, dass er sogar im hohen Alter nachts von der Hütte und ihrer Umgebung träumte.
1949 wurde die Hütte erweitert. Eine neue Küche, zusätzliche Schlafplätze, ein Winterraum und ein Hüttenwartszimmer wurden erstellt. Jakob Marti erstellte den Weg von Mettmen her.
Von 1975 bis 2003 führte René Mohr mit seiner Familie die Leglerhütte. Als Mohr im Frühjahr 1975 zur Hütte aufstieg, lagen bereits 5 m Schnee und es fielen weitere 2.80 m. Die Lawinengefahr war im ganzen Gebiet derart gross, dass er samt den Touristen von der Rettungsflugwacht ausgeflogen werden musste.
1987 baute man an der Westseite ein grösseres Hüttenwartszimmer an.
Seit dem Sommer 2004 führen wir (Sara und Romano Frei-Elmer) die Hütte gemeinsam.
2007 erfolgte dann der bisher letzte Umbau.